Archiv für Oktober, 2008

30. Oktober 2008

Letzte Woche hatte ich ein paar Tage frei von der Uni, von Donnerstag bis Sonntag. Und glücklicherweise sind meine Eltern ja momentan auch im Land, deshalb sind sie Mittwochmittags, nachdem meine Vorlesungen fertig waren, hier vorbei und wir sind Mittagessen (endlich mal ordentliches Steak statt Mensa) und bei Walmart kurz einkaufen gegangen. Später war ich noch bei Freunden zum Grillen eingeladen während Mama und Papa ein kurzes Nickerchen im Hotel machten, und so gegen halb zehn sind wir dann alle auf ein Bier und ein paar Chicken Wings ins Fainting Goat gegangen. War recht unterhaltsam, Papa hat ein Diskussion über Gott und die Welt mit Elias und Kevin angefangen, die auch den gesamten Abend anhielt (wie sagte James, der zwischenzeitlich anrief:”Ich wette 20 Dollar, dass dein Vater gewinnt und 5 Dollar, dass Elias nicht aufgibt!”), aber wir anderen hatten auch unseren Spaß.

Am nächsten Morgen, nach einem ordentlichen Frühstück bei Dell’s Diner, ging’s dann ab nach Milwaukee zur Verena. Irgendwann gegen abend kamen wir in Cedarburg an, mussten noch kurz auf den Schreiner warten und dann gingen wir Pizza essen bei Tomaso’s. Sah ein bißchen suspekt aus da und man musste beim Barkeeper bestellen, aber geschmeckt hat es super. 

Freitag sind wir rüber nach Port Washington gefahren, ein überaus pittoreskes Städtchen mit Hafen. Besonders schön war der Blick auf ein paar hübsche Häußchen am Wasser, wäre da nicht das überdimensionale Kraftwerk gewesen, was irgendeiner direkt dahinter gebaut hat. Naja, wir haben dann die andere Seite vom Hafen erkundet und nachdem uns kalt genug war ein einem kleinem Café wieder aufgewärmt. Später ging es Verena nicht ganz so gut, deshalb sind Mama, Papa und ich alleine in ein Fischrestaurant gefahren, wo sie es irgendwie ein bißchen mit der Halloween-Deko übertrieben haben. Ich wollte jedenfalls nicht eine riesige Sensemannfigur beim Essen direkt über mir hängen haben.

Samstag wurde ein wenig Milwaukee erkundet, erst durch eine Stadtrundfahrt, danach sind wir ein wenig an der Küste langspaziert und haben uns das Discovery World Museum angesehen. Eigentlich wollten wir nurmal so schauen und nicht wirklich rein (hat immerhin 17 Dollar pro Person gekostet) aber ein freundlicher Mitarbeiter hat uns kostenlos reingelassen, weil wir von ausserhalb kommen und wir doch ein bißchen was sehen sollten. Es gibt eben doch noch nette Menschen! Das Museum war sehr interessant und im Giftstore hab ich Austronauten-Eis als Mitbringsel für Ari und Arjun gefunden. Später waren wir dann noch ein bißchen shoppen und Verena und ich haben uns Wintermäntel gefunden – den ich dann ja am Sonntag gleich gebraucht habe (wegen dem Schneesturm). Heute ist übrigens blauer Himmel und zwanzig Grad, ich war den ganzen Tag im T-Shirt unterwegs. Ich glaub ich geb’s auf das Wetter hier zu verstehen. Naja, abends waren wir nochmal schön essen und Sonntag morgen hat mich Papa dann auch schon wieder zurück zur Uni gefahren (da fährt man übrigens so um die fünf Stunden), wo ich mich gleich in den riesigen Haufen Hausaufgaben stürzen durfte. 

Ein paar Bilder aus Port Washington (bevor ich meine Kamera zerstört habe):

26. Oktober 2008

Wir haben Ende Oktober und draußen tobt ein orkanartiger Schneesturm. Das darf ja wohl nicht wahr sein.

…und ich muss gleich noch zur Bibliothek rüber!

15. Oktober 2008

So, jetzt ist Schluss mit dem Rumhängen und den Ausreden. Der innere Schweinehund kann mich mal. Katinka macht jetzt Sport!

Habe soeben die erste Stunde in meinem Bauchtanzkurs absolviert.

14. Oktober 2008

Vor ein paar Tagen, so gegen sechs Uhr wurde ich von einem Höllenlärm wach. Der Lärm, von dem ich wach wurde, war das Geräusch von etwa zwanzig Leuten, die schreiend und an alle Wände und Türen trommelnd durch den Gang rannten. Für die ersten fünf Sekunden war ich fest davon überzeugt, dass es sich um ein Erdbeben handelt (Unbekannte Geräusche und aus dem Tiefschlaf gerissen werden verträgt sich gar nicht bei mir). Erst als ich die Stimme meiner Freundin Kristyn von draußen hörte, die im Vorbeirennen laut “Katinka, it’s Outfly!!” rief, wusste ich Bescheid. Es war endlich Outfly!

Für alle, die noch nicht von Verena wissen, was Outfly ist, hier eine kleine Erklärung: Outfly ist eine Tradition an meiner Uni, die es einmal jährlich Ende September bis Mitte Oktober gibt. Der Begriff ist eine wörtliche Ãœbersetzung des deutschen Worts “Ausflug” und bedeutet, dass an diesem Tag alle Vorlesungen für die Studenten entfallen. Statdessen gibt diverse Spiele und Aktionen auf dem Campus. Wann Outfly ist, weiß allerdings keiner vorher (es wird aber vorher immer schwer geraten und Theorien aufgestellt). Nur der Student Body President (also der Studierendenschaftspräsident.. äh, oder wie auch immer man das übersetzen will), der entscheidet, wann Outfly ist, weiß vorher Bescheid. Der Rest bekommt es erst mit, wenn um sechs Uhr morgens ein dafür ausgewähltes Team durch die Gänge lärmt. Dann heißt es schnell was anziehen und ab zur Glocke, wo sich alle versammeln, das Collegeorchester fröhliche Lieder spielt (ist mir schleierhaft, wie man morgens schon so munter sein kann, dass man Tuba spielen möchte) und wir warten bis der Präsident Hamm und Travis, der Student Body President, die Glocke läuten und offiziel verkünden, dass Outfly ist. Dann wird noch eben das beste Kostüm gekürt (manche kommen extra verkleidet) und dann geht es ab in die Mensa, wo wir von unseren Professoren das Frühstück serviert bekommen. Danach kann man machen was man will, was für 80% (mich inklusive) erstmal wieder ins Bett legen und ausschlafen heißt. Gegen Mittag bin ich dann mit Ari zum Mittagessen gegangen, was ein großes Picknick auf der Wiese ist, und danach gibt es diverse lustige Spiele, wie zum Beispiel “Sumowrestling” (siehe Bilder), Hüpfburgen, Quidditch, Frisbee-Turniere und Professoren-Versenken. ;)

Außerdem gab es dieses Jahr noch etwas Besonderes. Es gibt jedes Jahr ein Outflymotto, dieses Jahr war es “Clue” (ein Brettspiel, was bei uns glaub ich Cluedo heißt, indem man herausfinden muss, welcher Verdächtige den Mordfall begangen hat). Dementsprechend verkündete Travis am Morgen, dass bei uns auf dem Campus leider Korruption gibt und stellte sechs Verdächtige vor, die die Universitätskriminalität verursachen (dargestellt von Mitgliedern der Theatergruppe): Mr. Green, ein Chemieprofessor, der im wissenschaftlichen Gebäude seit zwei Jahren illegale Versuche durchführt, Colonel Mustard, ein Großwildjäger, der nun in der Bücherei Jagd auf Erstsemester macht, Mrs Peacock, eine Englischlehrerin, die seit mindestens einem Jahrzehnt Bestechungsgeld für Noten annimmt, Professor Plum, ein Sportlehrer, der gegen Bezahlung Footballspiele zugunsten anderer Unis beeinflusst, Mrs White, eine Studentin, die sich regelmäßig ihre guten Noten durch Sex erkauft und Miss Scarlet, die in ihrem Zimmer im Wohnheim ein Bordell betreibt. Ãœber den Tag verteilt wurde dann ein dreiteiliges Theaterstück aufgeführt, der erste Teil morgens, der zweite Mittags auf der Campuswiese und der dritte abends in der Mensa. Im dritten Teil wurde dann verkündet, dass einer der Verdächtigen Travis, den Student Body President, entführt hat. Der ist jetzt mit dem Täter irgendwo auf dem Campus versteckt und es natürlich die Aufgabe der Studenten, ihn zu finden. Daraufhin sind natürlich alle losgerannt, inklusive Ari, Arjun, Dan Borchers und mir, und haben sämtliche Räume in sämtlichen Gebäuden durchsucht. Gefunden haben wir ihn natürlich leider nicht (auch wenn ich mit Dan extra zum Observatorium rausgelaufen bin, weil er die tolle Idee hatte, dass er vielleicht da versteckt sein könnte), aber lustig war’s trotzdem. Gegen halb 9 war Travis dann wieder wohlbehalten zurück. 

(Es war übrigens Miss Scarlet.)

6. Oktober 2008

Letztens in Literatur des alten und neuen Testaments:

Prof. Bouzard: “Was ist denn da Wichtiges auf dem Bild drauf?”

Student: “Ein Haus!”

Prof. Bouzard: “Nein, nicht das Haus, das davor!”

Student: “Grünes Zeug.”

Prof. Bouzard: “Grünes Zeug?”

Student: “…Baum?”

1. Oktober 2008

Vielen Dank für die vielen Geburtstagswünsche gestern! :)

Dienstagmorgen habe ich nach dem Aufstehen und Duschen schon mal vier Geschenke aufgemacht, die ich schon Ende August im Koffer mitgenommen hatte, dann habe ich meine Mails gecheckt und gesehen, das meine erste Vorlesung um 9:35 Uhr ausfällt. Daraufhin habe ich mich konsequent bis um 11 nochmal ins Bett gelegt. War also schon mal ein passender Anfang für einen Geburtstag. Später hatte ich dann meinen Designkurs und Abendessen mit ein paar Freunden in der Mensa und schließlich noch meinen British Novel Kurs bis um kurz nach acht. Dann haben mich endlich Papa und Verena abgeholt und ich habe meine restlichen Geschenke und leckeren Schokokuchen bei Beckers bekommen. So gegen 11 habe ich mich dann noch mit Kristyn, Ari, Arjun, Elias und Dan Borchers auf ein “Geburtstagsbier” im Fainting Goat getroffen und bin gegen eins in mein Bett geplumpst. Heute morgen war ich dann nochmal schön mit Papa und Verena frühstücken und mittags lecker Steak essen. :) 

Ach ja, mir wurde übrigens im Laufe des Tages von ingesamt sieben Personen Happy Birthday (in drei verschieden Sprachen: Deutsch, Englisch und Finnisch) vorgesungen. Teilweise seehr laut. ;)